Minecraft

Erprobtes "neues" Spielprinzip

Für alle, die in den letzten zwei Jahren in einer Mine gelebt haben, hier noch mal kurz das Spielprinzip von Minecraft: Ohne Ausrüstung und Anleitung wacht man zu Beginn in einer lauschigen Landschaft mit Wald-, Schnee- und Wüstengebieten auf.

Weil es kein Tutorial gibt, prügelt man probeweise auf Bäume ein und merkt schnell: Alles in der blockigen Welt von Minecraft lässt sich zerlegen. Mit den so gewonnenen Rohstoffen setzt man neue Blöcke in die Landschaft und baut sich so einen Unterstand, ein kleines Haus, eine Burg usw. Außerdem lassen sich mit Werkbank und Ofen eine Fülle von Gegenständen (Rüstung, Äxte, Fenster etc.) herstellen. Blöd nur, dass man die Crafting-Rezepte dafür selber herausfinden (oder aus dem Internet besorgen) muss. Denn wie gesagt: Eine Anleitung gibt es in Minecraft nicht. So findet man denn auch selber schmerzhaft heraus, dass nach Sonnenuntergang Zombies, Skelette, Spinnen und andere Monster durch die idyllischen Levels marodieren.

Minecraft 1.0 : Neuerdings tun sich in der zufallsgenerierten Welt gewaltige Schluchten auf. Neuerdings tun sich in der zufallsgenerierten Welt gewaltige Schluchten auf.

Wohl dem, der sich bis dahin schon eine Schutzhütte errichtet hat. Wem der so genannte »Survival Mode« zu stressig ist, der vergnügt sich im »Creative Mode« als Baumeister ohne Monster und mit unendlich vielen Rohstoffen. Dann fühlt sich Minecraft tatsächlich an wie der oft zitierte Lego-Baukasten. Überhaupt Gefühl: Mit seiner blockigen, stilsicheren Optik und der fantastischen, aber sparsam eingesetzten Musik des deutschen Musikers Daniel Rosenfeld (besser bekannt als C418) erzeugt Minecraft eine ganz eigene Atmosphäre. Oder um es mit Indie-Legende Jason Rohrer (Passage, Inside a Star-filled Sky) zu sagen: »Minecraft zu spielen ist eine spirituelle Erfahrung.«

Zahle gleich, spiele für immer

Ähnlich innovativ wie das Spiel selbst ist auch das Vertriebsmodell von Minecraft: Schon kurz nach Beginn der Entwicklung im Mai 2009 konnte man das Spiel auf der Minecraft-Website kaufen. In der Alpha-Phase war mit rund zehn Euro dabei, später in der Beta mit 15 Euro.

  Minecraft 1.0 : Test-Video zur Version 1.0 von Minecraft Test-Video zur Version 1.0 von Minecraft

Der Clou: Einmal gekauft sind alle künftigen Updates gratis. Wer also schon früh die Entwicklung mit seinem Kauf unterstützt hat, spart gegenüber dem finalen Preis von ca. 20 Euro satte 50 Prozent. Dieses faire Vertriebsmodell bescherte dem schwedischen Entwickler Markus »Notch« Persson mittlerweile über 4 Millionen Käufer und damit genug Geld, seine Firma Mojang zu gründen. Dort arbeitet man mittlerweile nicht nur an Minecraft, sondern auch am Sammelkarten-Rollenspiel Scrolls und anderen Projekten. Die Hausmesse Minecon in Las Vegas am 18. November ist zugleich der Startschuss für die erste Release-Version von Minecraft. »Erste« deshalb, weil Persson bereits in seinem Blog ankündigt, auch weiterhin an Minecraft zu arbeiten.